Hintergrund für dieses Vorgehen der NPD-Fraktionsspitze sind Menzels Auftritte mit Mitgliedern aus dem rechtsextremen Kameradschaftslager. Erst Mitte Juni war er in eine Schlägerei zwischen Links- und Rechtsextremen in der Dresdner Neustadt verwickelt. Dabei flogen Steine und Flaschen, es gab vier Verletze aus dem rechtsextremen Lager. Menzel war anschließend auch NPD-intern unter Druck geraten, weil er mit seiner Beteiligung gegen einen Fraktionsbeschluss verstoßen hatte.
Die NPD-Spitze will nun offensichtlich weitere Auftritte des umstrittenen Abgeordneten in Sachsen verhindern. Grund ist der drohende Imageschaden im Wahlkampf durch gewalttätige Auseinandersetzungen. Unter anderem befürchten Sicherheitskräfte in Dresden seit Wochen, dass es noch in diesem Sommer zu einem "Racheakt" der rechtsextremen Szene in der Neustadt kommen könnte.
Darüber hinaus kursieren in NPD-Kreisen handfeste Gerüchte über einen "Urlaub von Menzel für längere Zeit". Dabei soll es sich um einen Aufenthalt des Abgeordneten in Schweden bis Ende Oktober handeln, und damit weit über den wahrscheinlichen Wahltermin im September hinaus. Szymanski wollte sich dazu gestern nicht äußern. Intern aber heißt es, Menzel sei zu solch einem "Zwangsurlaub" nicht bereit. Erst am 22. Juni hatte NPD-Fraktionsvize Johannes Müller Menzel an einem Redebeitrag im sächsischen Landtag gehindert.