Sächsische Zeitung, Görlitz, Freitag, 27. August 2004, Von Cornelia Sommerfeld und Frank Seibel
Mit einer friedlichen und ruhigen Demonstration gegen den DSU-Abgeordneten Jürgen Hösl-Daum hat gestern Nachmittag die fünfjährige Wahlperiode des neuen Stadtrats begonnen. Etwa 70 junge Leute protestierten zunächst vor dem Rathaus, dann mit Transparenten im Sitzungssaal. Oberbürgermeister Rolf Karbaum (parteilos) ließ sie gewähren und bedankte sich hinterher ausdrücklich bei den Demonstranten - für die klare Stellungnahme gegen Hösl-Daums revisionistische Aktivitäten in Polen und für das ruhige Verhalten. Lediglich als der OB den Name des neuen Abgeordneten laut aufrief, waren Buh-Rufe laut geworden.
In Kürze wird vor dem Kreisgericht im polnischen Jelenia Góra der Prozess gegen den Görlitzer DSU-Stadtrat Jürgen Hösl-Daum beginnen. Dieser war mit zwei weiteren Neonazis aus Zittau und Oybin beim Kleben revanchistischer Plakate Mitte Juli 2004 im polnischen Boleslawiec festgenommen worden.
ausführliche Informationen über den politischen Werdegang des Nazi Hösl-Daum
von AG Gegen Geschichtsrevisionismus und Revanchismus Görlitz
In den letzten Tagen und Woche tauchte in den lokalen Medien der ostsächsischen Stadt Görlitz immer wieder ein Name auf: Jürgen Hösl-Daum.
In der Nacht zum 22. Juli 2004 wurden bei einer Autokontrolle im polnischen Boleslawiec drei deutsche Männer festgenommen, die zuvor in der Stadt revanchistische Plakate geklebt hatten. In ihrem Kleinbus fanden die polnischen Beamten 20 große, 120 kleine Plakate und 75 Flugblätter. Die drei Deutschen wurden daraufhin kurzzeitig in Polizeigewahrsam genommen und nach Deutschland ausgewiesen. Ihnen droht in Polen eine Anklage wegen Aufruf zum Rassenhass und Verunglimpfung der polnischen Nation.1
Im Falle einer Verurteilung drohen Haftstrafen bis zu drei Jahren. Mehrere große polnische Zeitungen berichteten über den Zwischenfall.2
Einer der Festgenommenen war Jürgen Hösl-Daum.
Leserbrief in der Sächsischen Zeitung Görlitz am 31.07.2004
Anmerkung der Red.: Jens Hasse von der Görlitzer DSU verteidigt den Inhalt der revisionistischen Plakate, die deutsche Nazis nachts in Polen verklebten.